Noten schreiben ohne Computerprogramm

Selber Noten für Tischharfe schreiben

Wie schreibt man Noten für Tischharfe mit einer Notenschablone?

Sie brauchen dazu eine Notenschablone, Lineal, Bleistift (und wahrscheinlich auch ein Radiergummi…)

Hier können Sie eine Notenschablone ausdrucken,  falls Sie keine zur Hand haben.

Unsere Notenschablone können Sie mit einem Din A 4 Drucker ausdrucken und die beiden Seiten anschließend zusammenkleben. Sollte die Schablone nicht genau unter die Saiten Ihrer Tischharfe / Veeh-Harfe passen, könnte es daran liegen, dass Ihr Drucker nicht auf Druckgröße 100% eingestellt ist.

  1. Auswahl des Stückes

Wählen Sie für Ihren ersten Versuch ein nicht zu langes Stück aus. Achten Sie auf Vorzeichen: Leichter abzuschreiben sind Musikstücke mit gar keinen oder höchstens 1 – 2 Vorzeichen (# oder b). Gemeint sind hier nur diejenigen Vorzeichen, die am Anfang jeder Notenzeile zwischen dem Violinschlüssel und der Taktangabe stehen. Stücke mit mehreren Vorzeichen sollten Sie zunächst meiden, bis Sie etwas Übung haben. Wenn Sie unbedingt ein bestimmtes Stück schreiben wollen, Ihnen dieses aber nur in einer Tonart mit vielen „#“ oder „b“ vorliegt, könnten Sie im Internet nachsehen. Oft findet man dort ein und dasselbe Musikstück in verschiedenen Tonarten – also mit verschiedenen Vorzeichen. Geben Sie dazu den Titel des gesuchten Musikstücks in die Internet-Suchmaschine ein und lassen Sie sich “Bilder” anzeigen.

Da Ihre Tischharfe einen auf 25 Saiten beschränkten Tonumfang hat, macht es natürlich nicht viel Sinn, ein Stück abzuschreiben, dessen Melodie über den höchsten bzw. tiefsten Ton des Instruments hinausgeht. Bei Liedern ist dies aber so gut wie nie der Fall, da die 25 Saiten den für Laien singbaren Tonbereich abdecken. Sollte dieses Problem doch auftreten, könnten Sie ebenfalls im Internet versuchen, das Stück in einer anderen Tonart – mit anderen Vorzeichen- zu finden, in der es passt.

Wenn Sie die Melodie anschließend noch mit passenden Begleittönen versehen möchten, sollten Sie eine Notenvorlage verwenden, die mit Akkordsymbolen zur Gitarrenbegleitung versehen ist. (Das sind Groß- oder Kleinbuchstaben, teilweise mit Zahlen, die über der Melodie stehen, z.B. „C“, „G7“, „am“ etc.)

  1. Vorzeichen

 

Vorbemerkung:

Es gibt, wie schon erwähnt, 2 Arten von Vorzeichen: das „Kreuzchen“ # und das „B“ b. Diese verändern die Tonhöhe: während die Töne ohne Vorzeichen den weißen Tasten auf dem Klavier entsprechen, bezeichnen die, mit einem Vorzeichen versehenen, Töne (meistens) die schwarzen Tasten.

Vorzeichen vor der Taktangabe

 

(Wenn Sie ein Stück ohne Vorzeichen abschreiben möchten, können Sie diesen Absatz überspringen und bei Punkt 3 weiterlesen.)

Zunächst schauen Sie sich die Vorzeichen an und suchen sich den passenden Merksatz für Ihr Stück heraus:

Für Stücke mit einem # gilt:    Alle Noten F werden zu F#.

Für Stücke mit zwei # gilt:       Alle Noten F werden zu F# und alle Noten C werden zu C#.

Für Stücke mit einem b gilt:     Alle Noten B werden zu Bb .

Für Stücke mit zwei b gilt:        Alle Noten B werden zu Bb und alle Noten E werden zu Eb.

 

Ausnahme: Noten, vor denen ein Auflösungszeichen  Auflösungszeichen  steht. Das Auflösungszeichen hebt das Vorzeichen auf und gilt bis zum nächsten Taktstrich, also eventuell für mehrere gleiche Töne, die in dem Takt noch vorkommen.

 

Nehmen wir an, Sie möchten ein Stück mit einem Vorzeichen # abschreiben. Gemäß der oben stehenden Merksätze bewirkt ein #, dass alle Töne F zu F# werden. Schauen Sie sich die Notenschablone an und suchen Sie die Töne F in dem unten abgedruckten Notensystem. Sie werden feststellen, dass das F zweimal vorkommt: Das tiefere F liegt zwischen den beiden unteren Notenlinien des Notensystems, das höhere F liegt auf der obersten Notenlinie. Nehmen Sie nun das abzuschreibende Stück zur Hand und suchen Sie systematisch nach allen Tönen F, die darin vorkommen. Umkringeln Sie diese am besten mit dem Bleistift, so dass Sie sie beim Abschreiben mühelos wiedererkennen. Beim Notieren müssen Sie dann daran denken, dass Sie diese Noten nicht bei F sondern bei F# eintragen.

  1. Abschreiben

 

Schätzen Sie zunächst den ungefähren Platzbedarf für Ihr Stück ein: Die Notenschablone von Unterlegnoten.de hat 32 Zeilen. Wenn Ihr Stück z. B. 8 Takte hat, darf also jeder Takt 4 Zeilen einnehmen. Bei einer Länge von 16 Takten stehen entsprechend für einen Takt durchschnittlich nur 2 Zeilen zur Verfügung.

Beim Abschreiben übertragen Sie nun von oben nach unten die Notensymbole auf die Schablone, indem Sie die Noten Ihrer Vorlage mit dem Notensystem unten auf der Schablone vergleichen. Schreiben Sie die verschiedenen Notenwerte z.B. Viertel oder Halbe Noten bzw. Pausen auf die senkrechten Linien . Wenn Sie den Rhythmus ohnehin kennen und nur die Tonhöhen benötigen, können Sie auch einfach Kreise in die Schablone zeichnen.

Vorzeichen, die im Stück stehen

Beachten Sie die Vorzeichen # und b. Die Vorzeichen gelten immer bis zum nächsten Taktstrich, also eventuell für mehrere gleiche Töne, die in dem Takt noch vorkommen. Ein F mit einem Kreuz davor verwandelt sich in F#, ein E mit einem b davor verwandelt sich in Eb usw.

Ein Auflösungszeichen (s.o.) gilt ebenfalls bis zum nächsten Taktstrich, also auch für mehrere gleiche Töne, die in dem Takt vielleicht noch vorkommen.

Wenn Sie mit dem Abschreiben fertig sind, verbinden Sie die Noten von oben nach unten mithilfe eines Lineals mit einer Zick-Zack-Linie.

  1. Begleittöne finden

 

Das Schreiben von Begleittönen ist für den Laien schon etwas schwieriger, das Ergebnis wird auch meistens nicht so gut sein, wie eine von einem Musiker für die Tischharfe bzw. Veeh-Harfe oder Harmonieharfe komponierte Begleitstimme. Aber der Versuch kann sich durchaus lohnen. Probieren Sie es einfach einmal.

 

Begleittöne können Sie entweder durch Ausprobieren auf Ihrer Tischharfe / Veeh-Harfe finden oder Sie verwenden Akkordbezeichnungen (s.o. unter Punkt 1), die über Ihrer Notenvorlage stehen.

Platzieren Sie die Begleittöne zunächst immer auf der ersten Note jeden Taktes. Dazu schauen Sie nochmals in Ihre Vorlage und markieren auf der Notenschablone jeden ersten Ton nach einem Taktstrich  z.B. mit einem kleinen Pfeil.  Falls es einen Auftakt gibt (das ist ein unvollständiger Takt zu Beginn des Stückes), versehen Sie diesen nicht mit einem Pfeil. Versehen Sie anschließend nur die so markierten Melodietöne mit einem Begleitton. Alle Begleittöne, die Sie nun eintragen, müssen auf der Notenschablone links von der Melodie notiert werden. Begleittöne, die Sie rechts eintragen, übertönen die Melodie. (Wenn Sie ein Stück gewählt haben, dessen Melodie viele tiefe Töne umfasst, haben Sie eventuell gar keine Möglichkeit mehr, dort Begleittöne zu setzen. Bei Liedern kommt das aber kaum vor.)

Nehmen wir nun an, über dem 1. Ton des 1. Taktes Ihrer Vorlage steht der Buchstabe „C“ (= C-Dur). C-Dur ist ein Akkord, der sich aus drei Tönen zusammensetzt: C, E, G – wobei das namensgebende C der Grundton ist. Diesen probieren wir als erstes aus. Sollte links von der Melodie kein C mehr vorhanden sein, weichen wir auf einen der beiden anderen Töne aus, also in unserem Beispiel E oder G.

 

Hier nun eine Übersicht der am häufigsten vorkommenden Akkorde und ihrer zugehörigen Töne:

(Wenn hinter den Akkordsymbolen Zahlen stehen, können Sie diese außer Acht lassen.)

Dur-Akkorde:

C = C + E + G

G = G + H + D

D = D + F# + A

A = A + C# + E

E = E + G#+ H

F = F + A + C

C7 = C + E + G+Bb

G7 = G + H + D+F

D7 = D + F# + A+C

Moll-Akkorde: (Mollakkorde werden entweder durch ein „m“ oder durch Kleinbuchstaben gekennzeichnet)

Am oder a = A + C + E

Em oder e = E + G + B

Dm oder d = D + F + A

Gm oder g = G + Bb + D

Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sollte sich das Ergebnis nun hören lassen können. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Ausprobieren. Wenn Sie noch Fragen haben, schreiben Sie uns eine E-Mail!

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